Was ist bei der Integration von Berechnungssoftware in bestehende Prozesse zu beachten?

Michael ·
Maschinenbauingenieur analysiert FEM-Simulationsergebnisse auf Monitor, umgeben von Metallbauteilen und technischen Zeichnungen im Werkstatt-Arbeitsplatz.

Die Integration von Berechnungssoftware in bestehende Prozesse gelingt dann, wenn technische, organisatorische und datentechnische Anforderungen vor der Einführung klar definiert sind. Wer nur die Software beschafft, ohne Schnittstellen, Datenformate und Zuständigkeiten zu klären, riskiert kostspielige Nacharbeit. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen, die technische Projektleiter im Maschinenbau vor und während einer solchen Einführung stellen.

Welche typischen Hürden entstehen bei der Softwareintegration in Ingenieurbetrieben?

Die häufigsten Hürden bei der Integration von Berechnungssoftware in Ingenieurbetrieben sind fehlende Schnittstellenkompatibilität, unklare Datenhaltung und mangelndes Know-how im Umgang mit der neuen Software. Hinzu kommen organisatorische Widerstände, wenn bestehende Arbeitsabläufe durch neue Tools verändert werden, ohne dass Mitarbeitende frühzeitig eingebunden wurden.

In der Praxis zeigt sich, dass viele Unternehmen die technische Komplexität unterschätzen. CAE-Software wie FEM- oder CFD-Werkzeuge arbeiten mit Geometrie- und Materialdaten, die aus verschiedenen Quellen stammen. Wenn diese Daten nicht in einem konsistenten Format vorliegen, entstehen Medienbrüche, die den Berechnungsprozess verlangsamen oder fehleranfällig machen.

Ein weiteres Problem ist die Lizenzstruktur moderner Simulationssoftware. Netzwerklizenzen, tokenbasierte Modelle und Cloud-Lösungen stellen unterschiedliche Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Wer das nicht im Vorfeld klärt, stößt schnell auf Engpässe im Produktivbetrieb. Auch die Rechenkapazität spielt eine Rolle: Komplexe FEM-Berechnungen mit feinen Netzen beanspruchen erhebliche Hardwareressourcen, die in vielen mittelständischen Betrieben nicht standardmäßig vorhanden sind.

Wie lässt sich Berechnungssoftware in bestehende CAD- und PLM-Prozesse einbinden?

Berechnungssoftware lässt sich in CAD- und PLM-Prozesse einbinden, indem bidirektionale Schnittstellen zwischen den Systemen definiert werden, Geometriedaten in standardisierten Formaten übergeben werden und Berechnungsergebnisse strukturiert ins PLM-System zurückfließen. Der Schlüssel liegt in der Datenhoheit: Welches System ist führend, und wer pflegt welche Daten?

In der Softwareintegration im Maschinenbau hat sich ein schrittweises Vorgehen bewährt. Zunächst wird die Geometrieübergabe vom CAD-System in die CAE-Umgebung stabilisiert, bevor komplexere Workflows wie automatisierte Parameterstudien oder Topologieoptimierungen aufgebaut werden. Viele gängige CAD-Systeme bieten native Schnittstellen zu verbreiteten Simulationsplattformen, etwa über neutrale Formate wie STEP oder IGES, aber auch über direkte Kopplung.

Im PLM-Kontext geht es darum, Berechnungsnachweise versionssicher zu speichern und mit dem jeweiligen Bauteilstand zu verknüpfen. Das ist besonders relevant, wenn Änderungen an der Konstruktion eine erneute Berechnung erfordern. Ohne eine klare Verknüpfung zwischen Bauteilversion und Berechnungsergebnis verliert das Unternehmen schnell den Überblick darüber, welche Auslegung für welchen Konstruktionsstand gilt.

Welche organisatorischen Voraussetzungen müssen vor der Einführung erfüllt sein?

Vor der Einführung von Berechnungssoftware müssen Verantwortlichkeiten, Prozessverantwortung und Qualifikationsanforderungen klar geregelt sein. Ohne diese Grundlagen scheitert die Integration nicht an der Technik, sondern an unklaren Zuständigkeiten und fehlender Akzeptanz im Team.

Konkret bedeutet das: Es braucht mindestens eine Person im Unternehmen, die als fachlicher Ansprechpartner für die Software gilt und Grundkenntnisse in der Simulationsmethodik mitbringt. Diese Person muss in der Lage sein, Berechnungsergebnisse zu bewerten und Rückfragen aus der Konstruktion fachlich zu beantworten. Das setzt voraus, dass Schulungsmaßnahmen eingeplant und budgetiert sind, bevor die Software produktiv genutzt wird.

Darüber hinaus sollte ein Prozessverantwortlicher definiert werden, der entscheidet, wann eine Berechnung durchgeführt wird, welche Lastfälle relevant sind und welche Normen oder Regelwerke gelten. Im Maschinenbau sind das häufig europäische oder internationale Normen, die die Nachweisführung strukturieren. Ohne diese Festlegungen entstehen inkonsistente Berechnungsansätze, die im Zweifelsfall nicht nachvollziehbar sind.

Schließlich sollte die Einführung mit einem definierten Pilotprojekt beginnen, das repräsentativ für die typische Aufgabenstellung des Unternehmens ist, aber überschaubar genug bleibt, um Fehler ohne große Konsequenzen zu identifizieren und zu beheben.

Was kostet die Integration von Berechnungssoftware wirklich?

Die tatsächlichen Kosten der Integration von Berechnungssoftware setzen sich aus Lizenzkosten, Implementierungsaufwand, Schulung und laufendem Betrieb zusammen. Die Lizenz ist dabei oft nur ein Bruchteil des Gesamtaufwands. Unternehmen, die nur den Einkaufspreis der Software kalkulieren, unterschätzen den Projektumfang regelmäßig.

Ein realistisches Bild ergibt sich, wenn folgende Kostenpositionen berücksichtigt werden:

  • Softwarelizenz (einmalig oder jährlich, je nach Modell)
  • Hardwareanpassungen oder Cloud-Infrastruktur für rechenintensive Simulationen
  • Schnittstellenentwicklung zwischen CAD, PLM und der Berechnungsumgebung
  • Schulungsaufwand für alle beteiligten Mitarbeitenden
  • Interne Projektzeit für Prozessdefinition, Pilotprojekte und Validierung
  • Laufende Wartung, Updates und Support

Besonders der Schnittstellenaufwand wird oft unterschätzt. Je heterogener die bestehende Systemlandschaft, desto mehr Anpassungsarbeit ist erforderlich. Wer etwa ANSYS Workbench einführt und gleichzeitig automatisierte Prozesse über ACT-Extensions aufbauen möchte, braucht spezialisiertes Know-how, das intern häufig nicht vorhanden ist. In solchen Fällen ist externes Engineering-Know-how wirtschaftlich sinnvoller als eine lange interne Lernkurve.

Wann sollte ein externer Dienstleister die Integration übernehmen?

Ein externer Dienstleister sollte die Integration übernehmen, wenn intern weder das methodische Wissen zur Simulationssoftware noch die Kapazität vorhanden sind, einen strukturierten Einführungsprozess zu begleiten. Das gilt besonders dann, wenn die Integration unter Zeitdruck steht oder direkt mit einem laufenden Produktentwicklungsprojekt verknüpft ist.

Externe Unterstützung macht außerdem Sinn, wenn die Berechnungsaufgaben selbst komplex sind und spezialisierte Methodenkenntnisse erfordern, etwa bei nichtlinearen Strukturanalysen, thermomechanischen Kopplungen oder elektromagnetischen Simulationen. In diesen Fällen reicht es nicht, die Software zu installieren und eine Schulung zu absolvieren. Die Ergebnisqualität hängt direkt von der Erfahrung des Anwenders ab.

Ein weiteres Kriterium ist die Häufigkeit des Bedarfs. Wenn Berechnungsaufgaben im Unternehmen nur sporadisch anfallen, ist die Investition in eine vollständige interne Infrastruktur wirtschaftlich oft nicht gerechtfertigt. In diesem Fall ist es sinnvoller, auf einen spezialisierten Dienstleister zurückzugreifen, der die Berechnungen projektbezogen übernimmt und die Ergebnisse direkt in den Konstruktionsprozess einspeist.

Wie CE-SYS Engineering bei der Integration von Berechnungssoftware unterstützt

CE-SYS Engineering begleitet Unternehmen im Maschinenbau bei der strukturierten Einführung und Nutzung von Berechnungssoftware, von der Prozessanalyse bis zur produktiven Anwendung. Das Leistungsangebot deckt dabei sowohl die methodische als auch die softwaretechnische Seite ab:

  • Durchführung von FEM-Berechnungen und Strukturanalysen unter statischer und dynamischer Belastung, inklusive Spannungsnachweisen und Festigkeitsberechnungen nach europäischen und internationalen Regelwerken
  • Entwicklung maßgeschneiderter Softwareerweiterungen innerhalb der ANSYS Workbench über ACT-Extensions, um Berechnungsprozesse zu automatisieren und in bestehende Workflows einzubinden
  • Unterstützung bei der Schnittstellenentwicklung zwischen CAD-, PLM- und CAE-Systemen
  • Projektbezogene Übernahme von Berechnungsaufgaben, wenn interne Kapazitäten fehlen oder spezialisiertes Know-how gefragt ist

Unternehmen, die ihre Berechnungskompetenzen ausbauen oder eine laufende Produktentwicklung durch externe Simulationsexpertise ergänzen wollen, können direkt Kontakt aufnehmen. Sprechen Sie mit den Ingenieuren von CE-SYS Engineering und klären Sie, welche Form der Zusammenarbeit zu Ihrem Projekt passt.

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