Simulationsdaten werden revisionssicher dokumentiert, indem alle relevanten Eingangsdaten, Modellparameter, Randbedingungen und Ergebnisse in einem unveränderlichen, nachvollziehbaren Format archiviert werden. Das Ziel ist nicht nur die Speicherung von Dateien, sondern die vollständige Reproduzierbarkeit einer Simulation zu einem späteren Zeitpunkt. Die folgenden Abschnitte klären die wichtigsten Fragen rund um Anforderungen, Inhalte und Verantwortlichkeiten.
Welche gesetzlichen und normativen Anforderungen gelten für die Simulationsdokumentation?
Die Anforderungen an eine revisionssichere Simulationsdokumentation ergeben sich aus einer Kombination von Produkthaftungsrecht, branchenspezifischen Normen und internen Qualitätsstandards. Im Maschinenbau gelten insbesondere die Maschinenrichtlinie, die DIN EN ISO 9001 sowie produktspezifische Regelwerke wie die FKM-Richtlinie oder ASME-Standards als maßgebliche Referenzen.
Das Produkthaftungsgesetz verpflichtet Hersteller dazu, den Stand der Technik zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens eines Produkts nachweisen zu können. Simulationsergebnisse, die als Grundlage für Auslegungsentscheidungen dienen, müssen deshalb so dokumentiert sein, dass sie im Streitfall vollständig rekonstruierbar sind. Das bedeutet: Nicht die Ergebnisdatei allein zählt, sondern der gesamte Berechnungsweg.
Für Unternehmen mit einem nach ISO 9001 zertifizierten Qualitätsmanagementsystem besteht die Pflicht, Aufzeichnungen so zu führen, dass Prozesse auditierbar bleiben. Simulationen gelten dabei als qualitätsrelevante Nachweise, sofern sie in Auslegung, Freigabe oder Zulassung einfließen.
Was muss eine revisionssichere Simulationsdokumentation enthalten?
Eine revisionssichere Simulationsdokumentation muss alle Informationen enthalten, die notwendig sind, um eine Berechnung unabhängig vom ursprünglichen Bearbeiter vollständig nachzuvollziehen und bei Bedarf zu wiederholen. Dazu gehören Eingangsdaten, Modellbeschreibung, verwendete Software mit Versionsnummer, Randbedingungen, Vernetzungsparameter und die vollständigen Ergebnisse inklusive Auswertungslogik.
Im Einzelnen sollte eine vollständige CAE-Dokumentation folgende Bestandteile umfassen:
- Aufgabenstellung und Berechnungsziel
- Geometriequelle und Modellierungsannahmen
- Materialkennwerte mit Quellenangabe
- Lastfälle, Randbedingungen und Kontaktdefinitionen
- Netzqualität und Konvergenznachweise
- Softwareversion und verwendete Solver-Einstellungen
- Ergebnisauswertung mit Nachweisführung
- Freigabevermerk und Änderungshistorie
Besonders bei FEM-Simulationen ist die Nachvollziehbarkeit der Modellierungsentscheidungen entscheidend. Warum wurde ein bestimmter Elementtyp gewählt? Welche Vereinfachungen wurden getroffen und auf welcher Grundlage? Diese Begründungen gehören in den Dokumentationsbericht, nicht nur in den Kopf des Ingenieurs.
Wie unterscheidet sich revisionssichere von einfacher Dateiablage?
Einfache Dateiablage bedeutet, dass Simulationsdateien in einem Ordner gespeichert werden. Revisionssichere Dokumentation bedeutet, dass jede Version eines Dokuments eindeutig identifizierbar, unveränderlich gespeichert und mit Metadaten versehen ist, die Zeitpunkt, Autor und Änderungsgrund festhalten. Der Unterschied liegt nicht im Speicherort, sondern in der Nachvollziehbarkeit und Manipulationssicherheit.
Eine einfache Ablage scheitert in der Praxis an mehreren Punkten: Dateien werden überschrieben, ohne dass die Vorgängerversion erhalten bleibt. Änderungen sind nicht protokolliert. Es ist unklar, welche Version eines Modells tatsächlich zur Freigabe geführt hat. Im Falle einer Produktreklamation oder eines technischen Audits lässt sich der Berechnungsstand zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht mehr rekonstruieren.
Revisionssichere Systeme schreiben dagegen jede Änderung mit Zeitstempel und Benutzerkennung fest. Ältere Versionen bleiben erhalten und abrufbar. Dokumente erhalten einen unveränderlichen Status nach Freigabe. Genau diese Eigenschaften sind es, die im Haftungsfall oder bei Zertifizierungsaudits den Unterschied machen.
Welche Systeme und Tools eignen sich zur Archivierung von Simulationsdaten?
Für die Archivierung von Simulationsdaten eignen sich Produktdatenmanagement-Systeme (PDM), Product-Lifecycle-Management-Systeme (PLM) sowie spezialisierte Simulationsdatenmanagement-Lösungen wie Ansys Minerva oder VOLTA. Welches System passt, hängt von der Unternehmensgröße, der Simulationstiefe und der Integration in bestehende Entwicklungsprozesse ab.
PDM- und PLM-Systeme
PDM-Systeme wie Siemens Teamcenter, PTC Windchill oder CATIA ENOVIA bieten versionierte Ablage, Zugriffsrechte und Freigabeworkflows. Sie sind in vielen Maschinenbauunternehmen bereits im Einsatz für CAD-Daten und lassen sich auf Simulationsdokumentation erweitern. Der Vorteil liegt in der engen Verknüpfung zwischen Konstruktionsstand und zugehöriger Berechnung.
Spezialisierte Simulationsdatenmanagement-Plattformen
Tools wie Ansys Minerva oder VOLTA sind speziell auf den Umgang mit CAE-Daten ausgelegt. Sie verwalten nicht nur Ergebnisdateien, sondern auch Simulationsworkflows, Parameterstudien und Abhängigkeiten zwischen Modellen. Für Unternehmen mit hohem Simulationsvolumen bieten diese Plattformen eine deutlich bessere Strukturierung als generische Dokumentenmanagementsysteme.
Unabhängig vom gewählten System gilt: Rohdaten, Modelldateien und Berichte sollten gemeinsam archiviert und miteinander verknüpft sein. Eine isolierte Ablage des PDF-Berichts ohne die zugehörigen Modelldateien ist für eine echte Revisionssicherheit nicht ausreichend.
Wie wird die Nachvollziehbarkeit von Simulationsergebnissen langfristig sichergestellt?
Langfristige Nachvollziehbarkeit erfordert mehr als eine einmalige Archivierung. Sie setzt voraus, dass Simulationsdaten auch Jahre nach Projektabschluss noch lesbar, interpretierbar und mit der damaligen Softwareumgebung in Verbindung zu bringen sind. Dazu gehören die Dokumentation der Softwareversion, regelmäßige Migrationszyklen und klare Aufbewahrungsfristen.
Ein häufig unterschätztes Problem ist der Softwarewandel. Eine Simulationsdatei aus einem älteren Solver kann in einer aktuellen Version andere Ergebnisse liefern, wenn sich Algorithmen oder Standardeinstellungen geändert haben. Deshalb ist es notwendig, nicht nur die Datei, sondern auch die verwendete Softwareversion und die Lizenzumgebung zu dokumentieren. In kritischen Fällen empfiehlt sich zusätzlich die Archivierung einer virtuellen Maschine mit der damaligen Softwareinstallation.
Aufbewahrungsfristen richten sich nach dem Produktlebenszyklus und den gesetzlichen Vorgaben. Im Maschinenbau sind Fristen von zehn Jahren nach Außerbetriebnahme eines Produkts nicht ungewöhnlich. Die Dokumentation muss entsprechend ausgelegt sein.
Wer ist im Unternehmen für die revisionssichere Simulationsdokumentation verantwortlich?
Die Verantwortung für eine revisionssichere Simulationsdokumentation liegt gemeinsam beim durchführenden Ingenieur, dem technischen Projektleiter und dem Qualitätsmanagement. Der Ingenieur erstellt die Dokumentation, der Projektleiter verantwortet die Vollständigkeit und Freigabe, das QM-System definiert die Prozesse und überwacht deren Einhaltung.
In der Praxis scheitert revisionssichere Dokumentation oft nicht an fehlendem Wissen, sondern an unklaren Zuständigkeiten. Wenn nicht geregelt ist, wer einen Simulationsbericht freigibt und in welchem System er abzulegen ist, entstehen Lücken. Deshalb sollten Unternehmen für Berechnungsprojekte klare Dokumentationsverantwortliche benennen, vergleichbar mit dem Zeichnungsverantwortlichen in der Konstruktion.
Bei der Vergabe von Simulationsaufgaben an externe Dienstleister ist die Verantwortung vertraglich zu regeln. Welche Dokumente müssen geliefert werden? In welchem Format? Wer prüft die Vollständigkeit vor Abnahme? Diese Fragen sollten Teil jedes Werk- oder Dienstleistungsvertrags sein, der Berechnungsleistungen umfasst.
Wie CE-SYS Engineering bei der Simulationsdokumentation unterstützt
CE-SYS Engineering begleitet Unternehmen nicht nur bei der Durchführung von FEM-Berechnungen und Strukturanalysen, sondern liefert die dazugehörige Dokumentation in einer Form, die den Anforderungen an Revisionssicherheit und Nachvollziehbarkeit gerecht wird. Das bedeutet konkret:
- Vollständige Berechnungsberichte mit Modellbeschreibung, Randbedingungen, Nachweisführung und Ergebnisauswertung
- Dokumentation nach einschlägigen Regelwerken, darunter FKM-Richtlinie und europäische Normen
- Klare Angabe der verwendeten Softwareversionen und Berechnungsparameter
- Freigabefähige Berichte, die direkt in bestehende PDM- oder QM-Systeme integriert werden können
- Unterstützung bei der Nachweisführung für Zulassungen, Audits und Produkthaftungsfragen
Wer Simulationsdaten dokumentieren und langfristig absichern möchte, findet bei CE-SYS Engineering einen erfahrenen Partner mit mehr als zwanzig Jahren Projekterfahrung im Maschinenbau. Jetzt Kontakt aufnehmen und das Berechnungsprojekt gemeinsam strukturieren.
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